Samstag, 24. Januar 2015

{Ein paar Gedanken zu..} Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Wahrscheinlich macht sich jede Frau (zumindest irgendwann einmal) Gedanken um ihre Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Wieviel diese optimalerweise betragen soll/darf/muss, ist in zahlreichen Tabellen nachzulesen- und trotzdem immer noch höchst individuell.

In diversen Foren lese ich ständig "ich bin in SSW x und habe bislang y Kilo zugenommen- ist das zu viel/zu wenig?". Diese Threads sind oftmals die mit den meisten Antworten, macht es doch Spaß, sich mit anderen zu vergleichen und immer jemanden zu finden, der vieeeel mehr zugenommen hat, obwohl er noch nicht so weit ist wie man selbst. Uff, Glück gehabt.

Auch scheinen sich Schwangere
überwiegend in zwei Kategorien aufzuteilen- die einen achten akribisch auf ihr Essverhalten, zählen jede Kalorie und verzehren nur gesunde Dinge, um ja kein Gramm zu viel zuzunehmen, während die andere Gruppe alles hemmungslos in sich hineinstopft frei nach dem Motto "ich bin schwanger, da kann ich doch essen was ich will, weil ich eh dick werde". Logisch, dass dann alleine aufgrund des Essverhaltens einige mehr zunehmen als andere.

Doch spielen hier nicht nur die zugeführten Kalorien eine Rolle, sondern v.a. auch die individuelle Veranlagung, der eigene Körperbau und zu einem gewissen Maße auch die Hormonproduktion. So ist das Östrogen nicht nur für den angeblich so strahlenden Teint der Schwangeren (ich will auch! Wo ist der bitte? Ich sehe nur Augenringe!) verantwortlich, sondern auch für die Einlagerung von Wasser- und Bildung von Fettgewebe.

Ich habe vor wenigen Tagen mit einer Freundin gesprochen, die ebenfalls schwanger ist- in der 18. SSW. Sie hat bislang 10 Kilo zugenommen, obwohl sie nicht übermäßig viel isst. Es ist ihr drittes Kind und sie kennt (und fürchtet) die extreme Gewichtszunahme schon aus den letzten beiden Schwangerschaften- es waren jeweils über 30kg! Vieles davon war natürlich auch Wasser, aber auch nach der Geburt haben sich jedes Mal noch hartnäckig 5-6 Kilos gehalten, die einfach resistent waren und die sie nur mit viel Disziplin wieder allmählich abbauen konnte.

Eine andere Bekannte ist von Haus aus fast dürr, hat auch in der Schwangerschaft trotz exzessiven Essen kaum etwas zugenommen und lediglich ein kleines, zierliches Bäuchlein bekommen. Nach der Geburt waren die wenigen Kilos komplett weg, dafür hat sie immer noch ein kleines Restbäuchlein, das aber nur erkennbar ist, wenn man den Vorher-Vergleich hat.

Ich bin nun in der 24. SSW und als ich einer (wiederum anderen) Freundin letzte Woche erzählt habe, dass ich bislang ca. 4 Kilo zugenommen habe -allerdings komplett auf die letzten 4,5 Wochen- kam der entsetzte Kommentar: "Da musst du aber aufpassen, ich hatte zu dem Zeitpunkt noch GAR nichts zugenommen! Das meiste kommt eh erst im letzten Trimester, jetzt wiegt das Baby doch noch fast nichts,......!!!!"".
Häää? Mir ist natürlich klar, dass diese Zunahme nicht nur auf das Gewicht der Yetin, Plazenta etc. zurückzuführen, sondern vermutlich zum Großteil meinen Sahne- und Krapfenexzessen (für alle Nicht-Bayern: Berliner) geschuldet ist, aber haaallooooo?!?!? 4 Kilo sind doch jetzt auch noch nicht soo viel, oder? Oder???

Vorsichtshalber begebe ich mich aber doch erstmal auf die Suche nach besagten Threads und stelle tatsächlich erleichtert fest, dass ich damit definitiv nicht über der -eigentlich ohnehin nicht vorhandenen- "Norm" liege. Trotzdem beruhigend.

Meine ganz persönlichen Erfahrungen

Wie ich auch schon hier geschrieben habe, sehe ich es mit der Ernährung relativ locker. Das liegt v.a. daran, dass ich noch nie Gewichtsprobleme hatte, Kalorien zählen musste oder eine Diät gemacht habe. Ich vertrete die Meinung, dass einem der Körper sagt, worauf er Lust hat oder was er braucht, man muss nur darauf hören (hier nehme ich natürlich krankhafte körperliche- bspw. hormonelle- oder psychische Störungen aus!).
Mit dieser Methode bin ich persönlich stets gut gefahren, ich habe immer gegessen, auf was ich Lust habe und mein Körper hat mir "gesagt", wann es genug ist. So brauch(t)e ich z.B. täglich einen gewissen Schokokonsum, 2-3 Stückchen und dann war der Appetit darauf komplett weg, dafür hatte ich aber auch fast nie Heißhungerattacken, wo ich dann alles bergeweise in mich reingeschaufelt habe. Es kam durchaus vor, dass ich 3 Tage hintereinander unbedingt eine TK-Pizza wollte, dafür hatte ich dann 2 Tage nur Lust auf Gemüse und habe wochenlang keine Pizza auch nur angeschaut. Hält sich also unterm Strich irgendwie die Waage.
Natürlich hatte ich auch immer Anwandlungen, wo ich mir dachte, ich müsse mich "gesünder" ernähren- allein berufsbedingt weiß ich natürlich, was gesund ist und welche -mehr oder weniger sinnvollen- "Ernährungskonzepte" es gibt. Doch ab dem Moment, wo Weißmehl durch Vollkorn ersetzt und Süßigkeiten und fast food komplett vom Speiseplan weichen sollten, haben sich meine Gedanken darauf fixiert- ich wollte NUR noch das "Verbotene", ausschließlich und in größten Mengen. Deshalb bin ich immer wieder ganz schnell zu meiner "eat what you want"-Methode zurück gekehrt und hatte wie gesagt nie ein Figurproblem, habe mich auch nur sehr selten gewogen.

Jetzt in der Schwangerschaft ist es so, dass ich dank Hyperemesis zunächst abgenommen habe. Ich kenne mein genaues Ausgangsgewicht nicht, ich wog immer so um die 54kg, in der 11. SSW hatte ich beim Gyn 52 kg und vermute, dass es danach erstmal weiter bergab ging, diese 52 kg hatte ich auch noch/wieder in der 14. SSW. In der 19. SSW waren es dann 53kg und jetzt in der 24. SSW sind es etwas über 57 kg (letzte Woche war es noch ein Kilo weniger).
Natürlich weiß ich, dass vieles hiervon auf mein Essverhalten zurück zu führen ist. Ich habe nach wie vor meine sehr ungesunden, fett-und zuckertriefenden Gelüste und lebe diese auch immer noch aus. Aber jetzt habe ich mir auch kurz weitere Gedanken gemacht: was, wenn mein Dauererbrechen dem Körper eine Art Bulemie vorgegaukelt hat und er nun jede kcal speichert (Stichwort Jojo-Effekt!)? Und desweiteren: was, wenn meine Supermethode à la "der Körper sagt dir, was und wieviel er will" deshalb nicht mehr funktioniert, schließlich bestehen meine ungesunden Gelüste ja seit Wochen! On the top nach wie vor Sahne, Frittiertes und Schoki. Sind das wirklich nur die hormonellen Aussetzer? Oder hat er nun einfach noch so viel Nachholbedarf?

Ich bin immer noch schlank, aber selber merke ich schon, dass nicht nur der Bauch zunimmt. Und auch bei diesem geht es jetzt wirklich gewaltig voran, neue Bauchbilder wird es demnächst geben. Insgesamt finde ich die Gewichtszunahme bislang auch nicht dramatisch, wenn es allerdings bei dem Durchschnitt von ca. 1 Kilo pro Woche bleibt, wäre es dann doch irgendwann recht viel. [Eine Präeklampsie (hieran sollte bei plötzlichem oder zu schnellem Gewichtsanstieg immer gedacht werden!) kann ich zum Glück komplett ausschließen, es ist nur auf meine Ernährung zurück zu führen.]

Aber ich mag meinen Körper nicht noch mehr verwirren oder geißeln und behalte deshalb mein Eßverhalten inkl. Gelüsten erst einmal weiter bei, in der Hoffnung, dass sich diese -wie früher- von selbst regeln. Ich habe nur vor, mich wöchentlich zu wiegen und werde beobachten, was dabei raus kommt.
Vielleicht mutiere ich ja tatsächlich noch zu einem Manati =)


Kommentare:

  1. Ja dieses Thema beschäftigt wohl eindeutig alle Schwangeren :D Ich war immer ne recht zierliche Schwangere, aber die Kilos die drauf gekommen sind, wollen nun auch nach der Entbindung (wahrscheinlich dank der tollen Hormone) auch nicht so schnell runter, wie ich gehofft hatte :D Ich habe während der Schwangerschaft in Sachen Essen auch eher versucht, auf mein ,,Bauchgefühl" zu hören ;) Ich denke, es ist wichtig, einfach Extreme zu meiden. Das heißt man sollte bestimmt keine Diät machen, aus Angst in der Schwangerschaft zuzunehmen (denn das ist ganz natürlich), aber auch andererseits die Schwangerschaft nicht als Ausrede nehmen um sich einmal im Leben hemmungslos vollzustopfen ;D Das ist bestimmt nicht gerade gesund, und man wird es nachher eindeutig bereuen ;D

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    1. Du hast Recht, nur scheint das mit der Balance tatsächlich etwas schwierig zu sein...:) Aber ich denke auch, dass man mit seinem Bauchgefühl langfristig ganz gut fährt- das hoffe ich zumindest :-P

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  2. Ein furchtbares Thema, nichtmal in Ruhe schwanger sein darf man ohne ständig die Gewichtskeule entgegengeschwungen zu bekommen ... ich bin der festen Überzeugung, dass es da viel weniger Extreme in beide Seiten gäbe, wenn nicht ständig das Essverhalten in der Schwangerschaft thematisiert werden würde. Die einen werden dann ganz panisch und übervorsichtig und die anderen geraten vor lauter Druck auf sich selbst in die andere Ecke. Ganz normal und gesund weiterzuessen ohne sich ständig genau darum bemühen zu müssen schaffen da doch die wenigsten.

    Das Wichtigste ist doch, genug von allen Nährstoffen und Vitaminen zu sich zu nehmen, um keine Mengelerscheinungen bei sich und dem Kind zu provozieren. Und ob man dann fünf oder zwanzig Kilo zunimmt, liegt ja auch nicht nur am eigenen Verhalten, wie du so schön angemerkt hast.

    Also mach weiter so und lass dich da nicht stressen, das ist genau die richtige Strategie!


    Liebe Grüße von
    Fräulein Sonnenschein

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    1. Danke für dein feedback! Da ist sicher viel Wahres dran, wenn nicht alles so überthematisiert werden würde, wären viele Verhaltensweisen noch wesentlich natürlicher und instinktgeprägter. Das betrifft jetzt nicht nur die Ernährung, ich habe oft den Eindruck, dass die ganze Schwangerschaft an sich zunehmend pathologisiert wird und man steht plötzlich vor einem regelrechten Berg an Vorschriften- oder netter "Empfehlungen"- , was man alles (nicht) tun sollte...
      LG

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  3. Ich bin in SSW 17 und hab die 4 kg schon geschafft :) Ich habe mal gelesen, dass alleine Baby, Fruchtwasser, zusätzliche Blut, Plazenta etc. zum Ende der Schwangerschaft 9-12kg wiegen. Das sollten wir also ohne irgendwelche Bedenken zunehmen dürfen. Außerdem geht angeblich das meiste Gewicht ganz flink wieder runter, wenn wir stillen!
    Und ganz ehrlich, lieber hab ich ein paar Kilo zu viel und ein gesundes Kind und gesunde Mutter, als mich wegen ein paar Kilos unter Druck zu setzen.

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  4. Schrecklich, dass man sich als Schwangere auch noch damit auseinander setzen muss ... Das wichtigste ist doch, dass es dir und deinem Kind gut geht. Ich hab mit der Motte ca 20 kg zugenommen und auch nicht ohne Ende alles in mich hinein gestopft. 7 kg haben sich, trotz intensiven Stillens, hartnäckig gehalten. Die habe ich nach dem Abstillen dann erfolgreich bekämpft :-)

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