Freitag, 9. Januar 2015

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere- ist das sinnvoll?#2

Teil 2: Welche Nährstoffe man in der Schwangerschaft sinnvollerweise zuführen sollte


In Teil 1 dieser Serie wurde festegestellt, dass sich zwar die meisten, aber nicht alle Nährstoffe mit einer normal-gesunden Ernährung abdecken lassen. Hier werden wir nun sehen, um welcheVitamine und Mineralien/Spurenelemente es sich hierbei handelt:

Das bekannteste Beispiel ist hier ganz klar Folsäure. Gerade im ersten Trimenon ist eine tägliche Ergänzung von mind. 400µg essentiell, um das Risiko für Fehlbildungen, z.B einen Neuralrohrdefekt, stark zu verringern. Diese Substitution wird  jeder Schwangeren empfohlen. 

Auch mit Jod ist der Großteil der Bevölkerung unterversorgt; um den Tagesbedarf zu decken, müssten man JEDEN Tag Seefisch essen.  In der Schwangerschaft steigt der Bedarf um rund 15%. Jod ist wichtig für die Funktion der Schilddrüsenhormone und somit des gesamten Stoffwechsels; beim Ungeborenen steigt bei einem Jodmangel das Risiko
von Fehlbildungen und –geburten, außerdem kann es zu Gehirn- und Knochenreifungsstörungen kommen oder zur Strumabildung die beim Neugeborenen das Schlucken und Atmen erschwert. Deshalb wird Schwangeren die Supplementierung von 100-150µg pro Tag empfohlen. Leidet man an Schilddrüsenproblemen, sollte die Substitution allerdings nur in Rücksprache mit einem Facharzt erfolgen!

Der Medienliebling der letzten Jahre ist ganz klar Vitamin D. Es hat sich zu einer Art Wundervitamin entwickelt, dem neben der bekannten Notwendigkeit für den Knochenstoffwechsel und das Immunsystem nun auch eine Vielzahl an positiven Wirkungen in Bezug auf die Krebsentstehung, Depressionen, Schlafstörungen uvm. zugeschrieben wird. Nachgewiesen ist, dass hierzulande ein v.a. saisonal bedingter Mangel an Vitamin D herrscht. Dieses wird nämlich hauptsächlich durch Sonnenexposition gebildet und ist  durch die Ernährung nur zum Teil abdeckbar. In den vielen sonnenarmen deutschen Monaten weisen je nach Studie bis zu 60-90% der Bevölkerung einen Mangel auf, in den sonnenreichen immerhin noch 15-30%! Da Vitamin D auch für die Plazentafunktion notwendig ist und ein Mangel zudem zu Entwicklungsstörungen von Knochen und Gehirn des Fötus führen kann, ist zumindest eine Bestimmung des mütterlichen Serumspiegels durchaus ratsam, wenn auch in Deutschland noch keine einheitliche Empfehlung für eine generelle Supplementierung in der Schwangerschaft besteht.

Letztendlich wäre noch das allseits bekannte Eisen zu erwähnen. Menstruierende Frauen haben einen Tagesbedarf von 15mg, der von vielen aber nicht erreicht wird. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf auf 30mg an und hier bestimmt der Frauenarzt in (un)regelmäßigen Abständen routinemäßig den Eisen- bzw. Hb-Wert, um dann gegebenenfalls mit einer Substitution zu beginnen. Diese ist bei den meisten nicht allzu beliebt, da Nebenwirkungen wie Magen-und Darmprobleme oder Verstopfung recht häufig sind- andererseits ist ein Eisenmangel für die werdende Mama auch sehr unangenehm, von Müdigkeit, Infektanfälligkeit bis hin zu Kreislaufproblemen und Krankheitsgefühl ist alles vertreten.  

Wie es sich mit den anderen Nährstoffen verhält, ist in Teil 3 nachzulesen!


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