Freitag, 16. Januar 2015

{Tagebuch} 21. Woche: Bergfest und erstes Treffen mit der Hebamme




Das Bergfest fällt genau mit Silvester zusammen...und mir ist gar nicht nach feiern zumute. Ich bin heilfroh, dass die Hälfte der Schwangerschaft vorbei ist, bin müde, schlecht gelaunt und konnte wieder die halbe Nacht nicht schlafen.
Trotzdem schwinge ich mich
mehr oder weniger motiviert in die Küche, um ein paar Muffins und Glücksschweine für Abends zu backen. Wir werden zu viert mit einem befreundeten Pärchen feiern, wobei meine Freundin auch schwanger ist- 1 Monat vor der Entbindung.
Herr M. hilft mir bei der Vorbereitung fürs Fondue- seit wann zum Teufel muss man hierfür so viel herrichten und wieso dauert trotz Hilfe plötzlich alles so lange??
Ich schenke mir ein Glas alkoholfreien Sekt ein und warte auf die entspannende Wirkung...vergeblich, is ja kein Alk drinnen.
Der Abend hat in seinem Verlauf dann ein bißchen was von einer Seniorenparty. Beim stundenlangen Fondueessen fallen mir irgendwann fast die Augen zu und ich bin denkbar unkommunikativ. Dank Hormonen und Schlafmangel frustriert frage ich mich "werden wir jemals wieder richtig feiern? Oder werde ich die nächsten Jahre dauerübermüdet nur noch ins Bett fallen, *sollte* sich jemals die Gelegenheit dazu bieten?"
Irgendwie schaffe ich es bis Mitternacht und wir erleben ein wirklich wunderschönes Feuerwerk und als mir der Gedanke durch den Kopf schießt, dass wir das nächste Silvester zu Dritt begehen werden, bin ich wieder glücklich.

4 Tage später, nach dem ersten katerlosen Neujahr seit geschätzten 15 Jahren, einen Tag Notdienst und einem faulen Sonntag steht das Kennenlernen mit meiner eventuellen Hebamme fürs Wochenbett an.
Da wir erst Ende letzten Jahres hierher gezogen sind und ich nicht auf gut Glück einfach das ganze Hebammenverzeichnis abtelefonieren und jede treffen wollte, war es natürlich schwierig, an eine passende Hebamme zu kommen. Die, die ich nun kontaktiert hatte, wurde mir sozusagen über 3 Ecken empfohlen.

Und ich muss sagen: ich hatte etwas Angst vor dem Treffen... denn ich war vorurteilsgeprägt. Auch wenn ich bislang kaum eine Hebamme persönlich kannte, so geistern mir zahlreiche Berichte meiner Freundinnen im Kopf herum von esoterisch geprägten Hebammen, die positive Schwingungen mittels spagyrischen Raumsprays erzeugen oder zur Entspannung Lichter ein- oder ausatmen (natürlich bildlich) und durch den Körper wandern lassen. An dieser Stelle vorab eine Entschuldigung an alle Hebammen, ich weiß ja, dass ihr eine fundierte schulmedizinische Ausbildung habt und viel mehr macht, als vermeintlich esoterische Techniken anzuwenden!

Ich persönlich habe ein Problem mit allem, was mir zu abgehoben erscheint. Ich habe nichts gegen alternative Heilmethoden (ich oute mich: ich bin auch noch Heilpraktikerin, aber im Grunde meines Herzens doch schulmedizinisch orientiert) und wenn jemand damit zurecht kommt, ist das wunderbar. Ich kann es nur nicht leiden, wenn mich jemand von der "einzig wahren Methode" überzeugen will. Jedem das Seine, aber ich selbst kann mit einigen Sachen einfach nichts anfangen. Punkt.

Jedenfalls war ich beunruhigt, ob "meine" Hebamme auch so esoterisch angehaucht sein wird? So war auch so ziemlich das erste, das aus mir herausgeplatzt ist: "Mir ist wichtig, dass du nicht so esoterisch bist!". Als sie herzhaft zu Lachen begann, war mir klar: "die ist es". Sie hat mir dann erzählt, dass sie damit selbst nichts am Hut habe und wir waren sofort auf einer Wellenlänge.

Wir hatten eine angenehme und entspannte Plauderei bei einer Tasse Kaffee und ich war erstaunt, wie schnell die Zeit verflog. Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen, das allerdings erst 4 Wochen vor dem ET stattfinden wird.

Ich bin ungemein erleichtert, nun eine Hebamme für die Zeit nach der Geburt gefunden zu haben und dass gleich der erste Versuch ein Glückstreffer war. Zumindest ein Punkt auf der to-do-list ist abgehakt!

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