Sonntag, 8. Februar 2015

{Flashback} 5. Monat: und es wird nicht besser...

Nachdem die schlimmen Wochen des Dauererbrechens allmählich abgeklungen waren, fühlte ich mich verhältnismäßig wesentlich besser.
"Gut" wäre allerdings ziemlich übertrieben, das alltägliche Übergeben hatte sich zwar ab etwa der 16. Woche so verschoben, dass ich mich lediglich 1-2x am Abend übergeben musste (da konnte man dann die Uhr danach stellen). Aber insgesamt hatte ich noch mit den Nachwirkungen dieser langen Phase zu kämpfen- v.a. kreislauftechnisch. Kombiniert mit der latenten Übelkeit, die trotz endlich aufhörendem Erbrechen leider immer noch vorhanden war, fühlte ich mich nicht wirklich fit und kam nur sehr schleichend wieder in die Gänge. 
Dies sah ungefähr folgendermaßen aus:

Aufstehen, etwa 3 Stunden lang etwas machen, 1 Stunde liegen, wieder 3 Stunden halbwegs einsatzbereit sein, 1 Stunde liegen etc. Aber ich war unglaublich froh, wenigstens ansatzweise wieder unter den Lebenden zu weilen.

Nach 10 Tagen Urlaub und direkt im Anschluß fast 6 Wochen Krankschreibung stand ENDLICH mein erster Arbeitstag auf dem Programm. Ich freute mich riesig, der Lagerkoller hatte mich ja voll erwischt und ich war unendlich froh, einfach wieder raus zu kommen.
Dies war dann aber doch nicht ganz so easy wie gedacht: mit Fahrzeiten bin ich über 12 Stunden außer Haus, 10 Stunden davon reine Arbeitszeit- und das war höllisch anstrengend. Ich war das viele Stehen und Gehen in der Apotheke gar nicht mehr gewohnt und kam mir fast vor wie ein Hochleistungssportler. Trotzdem machte es unglaublich Spaß- abgesehen von extremen Kopfschmerzen, die sich während des Arbeitstages so verschlimmert hatten, dass ich meinen Kopf kaum noch bewegen konnte.

Als es auch am nächsten Tag tendentiell noch schlimmer wurde und mein Kopf dem Platzen nahe war, hegte ich den Verdacht einer Stirnhöhlenentzündung und tigerte am nächsten Nachmittag zu dem Arzt direkt neben meiner Arbeitsstätte- dort erhielt die Bestätigung dafür, samt Antibiotikum und einer Krankschreibung. Yeah, schon wieder eine Woche. Wie es mir ging, lasse ich an dieser Stelle lieber aus- besonders ansprechend war das allabendliche Erbrechen mit hämmernden Kopf über der Toilettenschüssel hängend...

Also dann ein neuer Arbeitsversuch nach einer einwöchigen Pause, der wiederum desaströs endete:
Nach 2 Arbeitstagen kam ich abends nur noch ausgelaugt nach Hause und bekam nachts plötzlich über 39 Grad Fieber. 4 Tage verbrachte ich nun schüttelfrostig und schniefend im Bett, bis es mir wieder besser ging. Das konnte doch alles nicht wahr sein, schon wieder ein (neuer?) Infekt!

Nachdem auch das irgendwann überstanden war, ging es erstmal langsam bergauf. Inzwischen war es Mitte Dezember, ich fühlte mich besser und ich ging auch wieder zur Arbeit. Diese stand allerdings wohl auch unter keinem guten Stern, denn ich bekam plötzlich bereits nach max. 3 Stunden Stehen/Gehen ein unangenehmes Zug- und Druckgefühl im Unterleib, manchmal begleitet von Krämpfen. Als ich dies beim nächsten Gynbesuch ansprach, erhielt ich die Anweisung, mich zu schonen. Sprich ich solle nicht allzulange am Stück Gehen oder Stehen, sondern zwischendurch immer wieder hinlegen. Der MuMu sei zu und der GMH mit 3,5cm noch(??) in Ordnung, aber beobachtungsbedürftig, v.a. wenn dann im Verlauf das Gewicht des Babys steigt.
Tja, das Nicht-Stehen lässt sich mit meinen Job ja super vereinbaren, ich bin so gut wie die ganze Zeit auf den Beinen und kann ja schlecht sitzen bleiben, wenn Kunden kommen!

Also war die Konsequenz eine Arbeitszeitverkürzung- ich arbeite mittlerweile nur noch halbe Tage und das auch nur noch rudimentär (da kam dann auch irgendwann die Idee mit dem Bloggen auf).
Da ich nun reichlich Zeit hatte, backte ich das erste Mal seit Jahren wieder Weihnachtsplätzchen und fröhnte auch ansonsten meinen neu aufgetretenen Heißhungergelüsten. Jetzt blieb ja zumind. tagsüber etwas drinnen und ich begann auch allmählich, an Gewicht etwas zuzulegen.

Meine gelegentlichen Schlafstörungen, die mich seit etwa dem 4. Monat immer mal wieder plagten entwickelten sich über die Wochen zu einer ziemlich regelmäßigen Angelegenheit: so konnte ich immer erst nach Stunden einschlafen und wachte mittlerweile fast jede Nacht pünktlich zwischen 3 und 4 Uhr auf- weiteres Schlafen unmöglich. Nach etwa 2 Stunden döste ich dann immer wieder ein- schlecht nur, wenn um 6 Uhr der Wecker klingelt! Ich habe irgendwo gelesen, dass dies von der Natur so gewollt sei, damit man sich schonmal an die Zeit mit Baby gewöhnt. Halloooo??? Das kann hoffentlich nicht ernst gemeint sein, da bin ich ja schon fix und fertig wenn die Yetin ankommt und dann gehts erst richtig los! 

Meine Laune war also auch im 5. Monat nicht die beste, genervt, übermüdet und von diversen Wehwehchen heimgesucht. Auch wenn die Hyperemesis vorbei war, ich wünschte mir inbrüstig, dass es bitte, bitte endlich Mai werden soll!

Am 2. Weihnachtsfeiertag (19+2), den Herr M. und ich mit einer Ente à l'orange begingen, spürte ich auch das erste Mal die Tritte der Yetin. Schon einige Tage zuvor habe ich ab und an ein undefinierbares Flattern/Grummeln bemerkt, war mir da aber nie sicher, ob es nicht doch mein murrender Darm ist. Dieses Mal war es aber eindeutig und selbst von Herrn M. spürbar: die Kleine bewegte sich! Wahrscheinlich hat sie gegen die Unmengen an toter Ente gekämpft und wurde durch das große Speisevolumen von ihrem Platz verdrängt.

Ja, habe ich schon erwähnt, dass das allabendliche Erbrechen seit genau Hl. Abend nachließ und nur noch sporadisch auftrat? Mein Magen musste sich wieder an abendliche Nahrung gewöhnen und das war dann immerhin ein Lichtblick: es wird alles besser (werden).

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