Donnerstag, 9. April 2015

{Tagebuch} 34+1: Frust und Wehen


Ich bin gerade gefrustet, aber so richtig. Vor zwei Tagen hatte ich wieder meinen Frauenarzttermin und es wurde festgestellt, dass sich die Yetin nun ins Becken gesenkt hat- mit ihrem Hintern. Die Chancen auf eine Drehung tendieren somit gegen Null und die Ärztin rät mir nun endgültig zum Kaiserschnitt, obwohl sie normalerweise eher für eine natürliche Entbindung plädiert. Sie vermutet,
dass es einen Grund gibt, da die Yetin ja nun schon seit über 3 Monaten in der identischen Position sitzt und dass mein Becken wohl zu schmal wäre für eine natürliche Entbindung. Dies müsste ich zwar zunächst genau nachmessen lassen, aber da es nur die von mir ungebliebte Klinik gibt, die eine Entbindung aus BEL anbietet, werde ich das nach reiflicher Überlegung lassen.
Ich würde mich dort nicht wohl fühlen und ohne jegliches Vertrauen meinerseits wäre das vorab schon mal kein gutes Zeichen. Herr M. hat sich ganz klar für einen Kaiserschnitt ausgesprochen und auch ich beginne nun, mich damit "anzufreunden", denn wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird es nun leider tatsächlich ein Kaiserschnitt werden.

Die gute Nachricht ist, dass es der Yetin gut geht, sie wiegt mittlerweile ca. 2100g und plötzlich ist ihr Kopfumfang nun eine Woche weiter voraus, wobei dieser sonst- wie alle anderen Meßwerte- immer etwas hinterhergehinkt ist. Aber darauf gebe ich ohnehin nicht so viel, 1mm hin oder her macht ja da schon extreme Unterschiede.

Anschließend wurde ich wieder ans CTG angeschlossen und die Herztöne der Yetin sind sehr gut. Nicht ganz so toll ist meine Wehentätigkeit. Ich habe ja schon öfter berichtet, dass ich seit Wochen immer wieder Probleme mit vorzeitigen Wehen und bislang meist schmerzlosen, aber teils unangenehmen Kontraktionen hatte, weshalb ich auch immer wieder zur Schonung verdonnert wurde.
Diese Mal gabs beim CTG einen kleinen Schock, als plötzlich eine Alarmleuchte losging, da die 100er-Linie überschritten wurde. Die Ärztin kam und war im ersten Moment selbst recht irritiert, meinte dass die Wehenlinie recht unruhig sei und schon sehr viele Wehen aufträten, aber wenn die Kleine jetzt kommen würde, würde man es ohnehin nicht mehr verhindern.

Ich war zuerst ziemlich geschockt und viel zu perplex, um genauer nachzufragen. Dies habe ich dann im Anschluß nachgeholt und da wurde ich dann wieder etwas beruhigt, ich solle mich weiterhin einfach schonen und viel Liegen. Vermutlich wollte mir die Ärztin nur sagen, dass es nicht schlimm wäre, wenn die Yetin jetzt schon kommen würde, aber aufgrund der ganzen Situation und der Erstreaktion meiner sonst immer "alles halb so wild"-Gyn war ich trotzdem etwas verunsichert. Gerade weil die Yetin ja falsch rum liegt und es dann auf einen Not-Kaiserschnitt hinauslaufen würde.
Dazu kam, dass ich diese Wehen zwar gespürt habe, aber nicht schmerzhaft.
Was sich gestern dann plötzlich geändert hatte, bereits nachts bin ich bei jeder Bewegung aufgewacht, da mein Bauch ständig schmerzhaft steinhart wurde und ich nicht mehr richtig liegen konnte. Tagsüber war es gestern auch nicht viel besser, v.a. ein massives Ziehen/Stechen in die rechte Leiste (Mutterband???) und den rechten unteren Rücken hat mich beunruhigt. Zum Glück ist dieses heute aber wieder besser.

Ja, jetzt soll ich also wieder viel Liegen (*nerv*) und ich hoffe, dass sich die Yetin doch noch etwas bebrüten lässt. Aber was mir gerade am meisten zu schaffen macht, ist dass ich wieder am Dauererbrechen bin. Seit 5 Tagen sind genau 2 kleine Mahlzeiten drinnen geblieben, mir ist ständig übel und ich verdaue scheinbar nicht mehr. Mein Darm scheint nur noch Luft zu transportieren und produzieren, denn er gibt dauerhaft dermaßen laute Geräusche von sich, dass man damit eine Konzerthalle beschallen könnte und krampft dabei schmerzhaft. Ich esse mittlerweile 10-20 Simeticontabletten pro Tag (wenn sie denn drinnen bleiben!)- erfolglos.
Ich habe den Eindruck, dass die Yetin irgendwie in meinem Magen sitzt (anatomisch gesehen können es nur ihre Füße sein, die den Magen wegdrücken), denn egal welches Essen, alles kommt raus. Und das unangenehmste ist, dass sich das im Liegen noch massiv verschlimmert- hier kommt dann noch ein starker Gallenreflux hinzu und ich bin nach jedem kleinen Schluck Wasser sofort am Spucken.

Aufgrund dieser Gesamtsituation bin ich gerade tiersch angepisst. Natürlich bin ich einerseits froh, dass ich nun doch schon so weit bin, dass eine vorzeitige Entbindung wahrscheinlich komplikationslos wäre. Doch gerade diese blöde Übelkeit und dass ich dadurch bedingt auch nicht richtig liegen kann und generell dieses "Rumhängen" rauben mir gerade den letzten Nerv.

Nun habe ich noch schnell die letzten Sachen für die Yetin online bestellt und den Großteil der Kliniktasche gepackt- ich besitze keine aufknöpfbaren Oberteile!!! Aber wenn es wirklich früher losgehen sollte, bin ich halbwegs gerüstet.

Kommentare:

  1. Ach Manati, Ich kann das wirklich sehr gut verstehen, dass du in dieser Situation so gefrustet bist, aber all das wird vergessen sein, wenn deine kleine Yetin erst einmal auf deiner Brust liegt :) Zudem: Was sind schon diese paar Wochen im Vergleich zu den nöächsten 18 Jahren... so jedenfalls würde ich versuchen an die Sache ranzugehen. Eine weitere Taktik von mir ist immer, mir kurz vor Augen zu führen, wie viel schlechter meine Situation hätte sein können... dann wirkt die gegenwärtige ein kleines bissl weniger schlimm.

    So oder so drücke ich dir noch mal mehr die Daumen für die kommende Zeit und die anstehende Geburt :)

    Alles Liebe
    Jessi

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  2. Vermutlich gibt es nichts, was ich schreiben könnte, was dir in deiner Situation ,,helfen" würde :/ Da ist gerade echt einiges bei dir zusammen gekommen, ich wäre an deiner Stelle vermutlich genauso genervt und frustriert wie du (wenn nicht sogar noch mehr) ! Aber ich fühle mit dir mit und hoffe ganz stark, dass es bald wieder besser wird :) Vielleicht fühlst du dich gerade nicht so, aber du bist eine Heldin, und deine Tochter wird bald sehr froh sein, dass du dich für sie durch die Strapazen der Schwangerschaft gekämpft hast :) und irgendwann wird sie dir vermutlich sogar ,,danke" dafür sagen :)

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  3. Ich kann Deinen Frust und Deine Trauer auch sehr gut verstehen... Mir ging es vor 1,5 Jahren genauso.
    Wäre es ansonsten nicht ein Kompromiss, in die Klinik zum Becken ausmessen zu gehen aber dort auf keinen Fall zu entbinden?

    Ich drücke Dir die Daumen, dass die Yetin noch so lange wie möglich drin bleiben möchte. Ansonsten ist ein natürlicher Wehenbeginn natürlich auch ein sanfter Auftakt für einen Kaiserschnitt, weil sie so langsam auf ihren Auszug vorbereitet wird.

    Halte durch!! ��

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