Freitag, 10. April 2015

{Tagebuch} 32. Woche: Friseur, Säuglingspflegekurs und Fotoshooting


Nachdem ich meine Haare erst vor knapp 6 Wochen habe kürzen lassen, waren sie mir mittlerweile tatsächlich wieder zu lang. Dies scheint ein Manko an kurzen Haaren zu sein: man muss wesentlich öfter zum Friseur, damit man nicht irgendwann Wildwuchs auf dem Kopf hat. Also wurde schnell ein Termin "außer der Reihe" vereinbart- der nächste war bereits für Anfang Mai veranschlagt- vieeel zu spät:
Die Haare müssen noch kürzer! Ich wollte eine Art kurzen Wuschelbob und begab mich in die Hände meines Friseurs.

Die Begrüßung war sehr charmant: "Ohaaa, na du bist ja jetzt richtig dick geworden...magst du einen Muffin?" Hrmpf. Ich dachte immer, Schwule seien so sensibel??? Da half es auch nichts, dass er ein klitzekleines "Aber gut siehts du aus" hinterherschob, denn sein -ebenfalls homosexueller- Kollege schoß um die Ecke, um mich zu begrüßen und wollte wissen, wann es denn so weit sei (hatte er Angst, dass ich im Salon entbinde?).
Da es sich noch um gut 2 Monate handelt, kam hier als Kommentar "Ohhh, dafür hast du schon aber eine ganz schöne Kugel!". Also bitte, Jungs. Jetzt wächst der Bauch endlich und nun werde ich als "dick" bezeichnet?!?! Ich bin schwanger, ich darf das!!!

Nachdem ich mir einige Horror-Entbindungsgeschichten anhören durfte (ja, wohlgemerkt von schwulen Männern!), waren meine Haare tatsächlich nochmal gut 5-6 cm kürzer- ich frage mich, wo denn diese Haarmassen noch her kamen?!- und ich hatte die gleiche Frisur wie vorher, nur noch etwas kürzer.

Schon seltsam, erst kann ich mich jahrelang von meinen extrem langen Haaren nicht trennen und dann gehts nicht mehr kurz genug. Nächstes Mal wird dann wahrscheinlich das Rasiermesser ausgepackt...


Abends hatten wir dann einen Säuglingspflegekurs. Eine Veranstaltung, die wir uns auch hätten sparen können. Wir haben uns hiervon einfach etwas praktische Übung erhofft, sprich Wickel- oder Badegriffe, Infos zur Nabelpflege etc. Doch dieser Kurs hat sich als sehr theoretisch entpuppt, es wurde viel über Erstausstattung geredet (angesichts dessen, dass JEDER im Kurs schon fast alles besorgt hatte, nicht mehr relevant!), leider konnten aber keine konkreten Tipps bzgl. beispielsweise Schlafsäcken o.ä. gegeben werden.
Die Standardantworten waren "nicht zu dick und nicht zu dünn"- oder bei der Frage nach einer guten Stillkissenmarke "nicht zu prall und nicht zu schlaff gefüllt". Hmm, na danke.
Dafür sollte aber jeder unbedingt die kostenpflichtige Tragetuchberatung bei der Kollegin vor Ort buchen, denn ohne genau diese könne man sein Kind ja kaum zur Welt bringen. Wurde mehrfach mitgeteilt. Aha.

Ansonsten gab es noch die "üblichen" Infos: Stillen bis St. Nimmerlein und "das gibt es nicht, dass eine Frau nicht stillen kann"- der Kurs wurde von einer Stillberaterin gehalten. Beikost ist böse-böse, ebenso wie Schnuller oder Fluorid. Leider erfolgte für die ganzen schlimmen Sachen auch auf Nachfrage keinerlei Begründung. Die beste Antwort war noch "weil es hierzu 2 verschiedene Meinungen gibt". Ach, wirklich? Gibt es die nicht immer?

Nachdem dann jeder einmal kurz die Demo-Puppe halten durfte, war der Kurs auch vorbei und wir nicht wirklich schlauer. Schade.

Zu guter Letzt hatte ich kurzfristig einen Babybauch-Shooting-Termin vereinbart, um einige professionelle Fotos zu bekommen. Hierfür hatte ich mir sehhhr lange überlegt, was ich anziehen wollte und habe mich schließlich für ein enges Stretchkleid entschieden, das den Bauch sehr betont. Als 2. Outfit eine normale Jeans (mit offenen Bund!) und dazu ein über dem Bauch ebenfalls geöffnetes Hemd und letztendlich noch ein paar Bilder nur in Unterwäsche. Als Dekoelemente hatte ich mir kleine Schühchen und die Schaf-Spieluhr selbst mitgenommen und Herr M., der an diesem Tag spontan frei hatte und mitkam, musste noch schnell eine Blume organisieren.

Das Shooting selbst war sehr entspannt, da ich eine sooo nette Fotografin hatte (ich hasse es eigentlich, mich fotografieren zu lassen!!!). Sie hat mich (und für 2 Fotos auch Herrn M.) in etwa 10 verschiedenen Positionen abgelichtet, insgesamt etwa eine Stunde lang und die Zeit ist nur so verflogen. Und ich muss sagen: teilweise war es wirklich etwas anstrengend, wenn man wie ein gestrandeter Wal am Boden liegt, dann ein Hohlkreuz machen soll und angefeuert wird, den Bauch "richtig weit" herauszudrücken- so etwas hört man bestimmt nur in der Schwangerschaft! Im Endeffekt ist dann auch mein Bauchnabel während des Shootings herausgeploppt, da ich meinen Bauch ja noch weiter künstlich rausstrecken sollte. So ist auf der ersten Hälfte der Bilder der Bauchnabel noch drinnen, auf der anderen dann draußen.

Alles in allem war das Shooting aber wirklich sehr nett und lustig, wir haben uns danach 11 Fotos ausgesucht und ich bin schon gespannt, wenn ich die Bilder in etwa 2 Wochen abholen darf.
Das Bild oben ist übrigens bei unserem nachfolgenden "unprofessionellen" Shooting durch Herrn M. entstanden- hierzu werde ich noch einige Fotos nachreichen. 

Habt/Hattet ihr auch ein professionelles Shooting oder ein privates- oder wolltet ihr gar keine Fotos?

Kommentare:

  1. Cooles Bild :)

    Ich überlege, wenn mein Bauch irgendwann wächst (bisher sieht er ja noch klein und unscheinbar aus, trotz 7.Monat), auch professionelle Bilder machen zu lassen. Die von uns zu Hause werden meist nicht so spektakulär...

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  2. Das Bild ist sehr schön! Ich finde man soll unbedingt professionelle Fotos in der Schwangerschaft machen lassen (und da spricht nicht nur eine Fotografin aus mir ;-)) Die Profis wissen einfach wie sie den Bauch ins beste Licht rücken, dass man nicht wie ein Wal aussieht, sondern hübsch und sexy! Ich mache mir schon Sorgen, dass ich es nicht schaffen werde Profi-Fotos von mir machen zu lassen (das kann ich echt schlecht selbst erledigen), weil Fotografen meiner Wahl irgendwie nie da sind, wenn ich gerade kann und will!

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  3. Ohja, auf jeden Fall professionelle Bildchen machen! Das ist eine so wertvolle Erinnerung an diese tolle, einmalige Zeit. Und Fotografen haben (in der Regel ��) das richtige Händchen und den perfekten Blick für einmalige Aufnahmen.
    Wir haben in der ersten Schwangerschaft ein Bauchshooting machen lassen und als die Maus auf der Welt war, dort auch ein Neugeborenenshooting. (Und als sie 10 Monate alt war, noch eins ����) Wir haben uns extra eine Fotografin ausgesucht, die auf Schwangeren- und Babyfotografie spezialisiert ist. In dieser Schwangerschaft gehe ich seit der 12. Woche alle 4 Wochen zum Bauchshooting zu ihr, so dass wir am Ende eine "Bauch-wachs-Collage" haben. Und das grosse Bauch-/ und das Neugeborenenshooting machen wir auch wieder.
    Das sind soooo tolle Erinnerungen!!
    Aber Dein Mann hat da auch einen guten Blick für; ein tolles Bildchen hast Du da!! ��

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  4. Oh die Fotos würde ich ja gerne sehen!
    Ich selber lass mich nicht professionell fotografieren. Die privaten Bilder müssen reichen.

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  5. Schade, dass der Säuglingskurs euch nicht weitergeholfen hat. Wir hatten das Glück einen ganz tollen Kurs zum Thema Wochenbett besucht zu haben, bei dem wir auch wirklich praktisches und anwendbares Wissen erhielten...

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