Montag, 29. Juni 2015

Wochenbett 4- endlich daheim


Nachdem wir also tatsächlich entlassen wurden, mussten wir erstmal bis abends um halb 8 warten, damit uns Herr M. abholen konnte. Und dann ging es endlich nach Hause. Nach einem schnellen Abendessen und zur Feier des Tages einem Schluck Sekt fiel ich auch umgehend ins Bett. Die Nacht selbst war etwas unruhig, Lilly war die Dauerbeschallung und das Dauerlicht von der Überwachungsstation gewöhnt und vermutlich fehlte ihr dies (obwohl ich versucht habe, zumind. zeitweise das Licht anzulassen). Sie schlief zwar recht viel, aber eher unruhig, zuckte immer wieder im Schlaf zusammen oder stieß seltsame Geräusche aus.
Der erste Tag zuhause war irgendwie irreal. Herr M. war gerade beim Bäcker, als die Hebamme vorbei kam und lange mit mir geredet hat, gerade auch über den Klinikaufenthalt, den ich noch nicht annähernd verdaut hatte. Mit Lilly lief es ziemlich gut, sie war den ganzen Tag recht ruhig und hat vorwiegend geschlafen. Trotzdem kam spätnachmittags dann der erste Heulausbruch meinerseits: der Klinikaufenthalt, meine Übermüdung, auch die Angst, wie es mit dem Trinken weitergeht...plötzlich lag ich einfach nur noch heulend im Bett.
Und ich hatte auch Angst, ob bei mir depressionsmäßig nicht noch irgendwann was nachkam. In der Klinik habe ich nur funktioniert, irgendwie. 2 Stunden Schlaf täglich, manchmal 4. Keine Zeit für Babyblues oder Tränen. Die für mich nicht so angenehme Entbindung- bzw. der "Zwischenfall" danach, und natürlich die 2 emotional und körperlich belastenden Wochen im Krankenhaus, welche ich nicht ansatzweise verarbeitet hatte...ich hoffte, dass da nicht irgendwann der große Zusammenbruch folgen wird.

Die ersten Tage daheim wog ich Lilly vor und nach jeder Mahlzeit, um dann festzustellen, dass sie mengenmäßig absolut unterschiedlich trank. Mal waren es 40g, beim nächsten Mal 80. Auf ihren "Tages-Soll-Wert" kam sie trotz tollem Trinken (sprich super andocken und lange, ausdauernde Züge) meist aber nicht. Um mich da nicht weiter selbst verrückt zu machen, habe ich diese Wiegerei ziemlich schnell sein lassen und nur noch die wöchentliche Gewichtzunahme gemessen- diese betrug zwischen 130 und 240g, was laut Hebamme super sei.

Ansonsten lief es auch ganz gut, Herr M. musste leider schon am 2ten Tag nach unserer Entlassung arbeiten gehen, hatte aber in der Folgezeit jede Woche 2 Tage frei. Den ersten Tag alleine haben wir auch gut gemeistert, ich konnte sogar in der Früh duschen und Haare waschen, als Lilly wieder schlief.
Einziges Problem das wir hatten, war ihr Bauch. Die arme Maus hatte mit massiven Blähungen und Bauchkrämpfen zu kämpfen, weshalb sie nach jedem Essen und immer auch zwischendrinnen schrie und sich windete. Die ganzen von der Hebamme empfohlenen Mittelchen (Sab-Tropfen, Flatulini-Globuli, Kümmelsalbe und -zäpfchen, Fliegergriff, Wärmekissen...) hatten alle keinen durchschlagenden Erfolg; erst die Empfehlung einer Freundin- Bigaia-Tropfen- brachten (zumindest zeitweise) den Durchbruch. Leider habe ich diese erst ab der 6. Woche gegeben, sonst wären die Bauchschmerzen wohl schon früher besser geworden.

Als Lilly dann knapp 4 Wochen war, gab es den ersten Terrortag. Sonst schrie sie nur wegen Bauchweh, jetzt plötzlich ständig und alles half immer nur kurzzeitig. Zum Glück blieben dies aber bislang vereinzelte Tage und am nächsten Morgen war oftmals alles wieder besser.

Insgesamt aber war Lilly meist recht brav und hat gerade in der Anfangszeit noch sehr viel geschlafen, dies änderte sich erst mit ca. 5 Wochen. 

Ich selbst versuchte die Zeit zum regenerieren zu nutzen, was sich aber trotz recht bravem Kind als gar nicht so einfach gestaltete. Ich war dank der vorangegangenen Klinikwochen extrem müde und kam auch jetzt nachts kaum zum Schlafen, da das Trinken einfach seine Zeit brauchte, danach zwickte dann meist der Bauch und Lilly musste noch rumgetragen werden und bis sie und dann auch ich wieder schliefen, vergingen oft 2 Stunden. Das hatte zur Folge, dass der nächste Hunger schon wieder bevor stand. Tagsüber konnte ich trotz Übermüdung nur selten -und wenn auch nur recht kurz-schlafen. Der Haushalt wurde zu Herrn M.s Sache, denn ich war irgendwie den ganzen Tag mit Füttern, Windeln und später auch Bespaßen beschäftigt und wenn alles für den Moment erledigt war, lag ich (schlaflos) auf dem Sofa- aber ruhte immerhin.

Die ersten 3 Wochen haben wir auch keinen Besuch empfangen, einfach weil die Maus und auch wir als Familie erst ankommen sollten ohne noch weitere Überreizung und ich ging in dieser Zeit auch nur selten außer Haus- einfach weil ich zu kaputt war.

Erst nach etwa 2 Wochen hat sich das dann geändert, ich ging das erste Mal alleine weg (zum Friseur!) und auch mit der Milchmaus zusammen mal zum einkaufen etc. Dann kamen auch die ersten Besuche und der recht chaotische Alltag hielt Einzug:

Da die Nächte wie gesagt meist kurz waren, blieben wir vormittags oft bis ca. 10 Uhr im Bett, denn oftmals schlief Lilly nach der Frühfütterung nochmal für ca. 2 Stunden ein und diese Zeit wurde zu meiner Hauptschlafphase. In guten Nächten kam ich so auf insgesamt 4-6 Stunden Schlaf, meist waren es aber tatsächlich nur 2-3 Stunden.
Ansonsten gab es keinerlei Rhythmus, manchmal hatte sie alle 2 Stunden Hunger, an anderen Tagen alle 4-5. Mit ca. 6 Wochen kristallisierte sich dann zunehmend ein abendliches Clusterphänomen heraus und die erste Terrorphase (Wachstumsschub?) begann.

Trotzdem lief es alles in allem recht gut, auch wenn ich selbst einfach nur kaputt war und nichts außer dem Baby auf die Reihe bekam (ich glaube in den ersten 4 Wochen daheim habe ich vielleicht 5 Mal gekocht!). Leider haben sich aber nach dem bislang friedlichen Ablauf bald größere Probleme ergeben, von denen ich noch in einem separaten Post berichten werde.

Wie war eure erste Babyzeit?

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1 Kommentar:

  1. Ach du arme :-) hoffentlich wurde es besser mit lilly. Unsere erste zeit war super. Baby hat viel geschlafen. Hatte sie bei uns im bett und musste zum stillen nie aufsteht hab aber sehr oft auch im sitzen geschlafen mit unserer maus im arm. Irgendwie muss man schlafen ;-) das zweite monat war der horror. Sie hat abends ab 6 nur noch geweint und war nicht zu beruhigen. Wir tippten auch auf bauchzwicken. Probierten das selbe wie du, ohne erfolgt. Heute bin ich mir sicher, dass es bei ihr kein bauchweh war sondern nur "schreien" ohne grund. Kaum war sie 3 monate, von heute auf morgen, weinte sie nur selten, wir bekamen einen rythmus und es lief. Durchschlafen ist nach 7 monaten noch kein thema aber man gewöhnt sich an diesen unterbrochenen schlaf.

    Alles gute euch drei ;-) es wird besser

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