Montag, 28. Dezember 2015

Kleiner Jahresrückblick


Eigentlich ist es so gar nicht meine Art, ein vergangenes Jahr Revue passieren zu lassen. Trotzdem bietet es sich gerade in diesen Tagen natürlich an uns aus gegebenen Anlass (Stichwort Nervenzusammenbruch) reflektiere ich momentan ohnehin noch mehr als sonst.

2015 war ein Jahr mit sehr starken Emotionen. Das Hauptereignis war natürlich die Geburt von Lilly, die nach einer nicht so schönen Schwangerschaft dann 4 Wochen zu früh kam. Die Gefühle, die sich für dieses kleine Menschlein entwickelt hatten, haben mich schier erschlagen und ich hätte nie gedacht, dass Muttergefühle so dermaßen intensiv sein können. Leider nicht nur im Positiven, denn die ersten Monate waren oftmals überschattet von Angst und Sorge. Rückblickend betrachtet, habe ich die ganze erste Babyzeit (und eben auch monatelang nach der Entlassung aus der Klinik!)  nicht wirklich genossen, sondern nur funktioniert. Das finde ich sehr, sehr schade und dies macht mich auch traurig.

Während in den ersten Monaten des Jahres die Vorfreude auf die Entbindung im Vordergrund gestanden hat, waren in der Folgezeit die Freude über Lillys Ankunft, gepaart mit vielen Sorgen, vorherrschend. Und genau in dieser Zeit bin ich auch zum Mombie mutiert, gefangen in der Tretmühle des Babyalltags- nur leider war dieser nicht so, wie ich mir insgeheim vorgestellt hatte: ich dachte, ich könnte mit der Kleinen viel unterwegs sein, in Cafés sitzen, mich mit anderen Mamis treffen- so, wie ich es auch von vielen Bekannten mitbekommen habe. Aber Pustekuchen: mit Lilly war das so nicht möglich, wollte ich nicht die Totalüberreizung und stundenlanges Geschrei riskieren. Also vegetierten wir beide in unserer Haus-Höhle vor uns hin, das Rauskommen beschränkte sich aufs Spazierengehen und zum Glück den Treffen mit den GVK-Mädels.

Mittlerweile wird aber auch dies endlich besser, und so negativ dies nun vielleicht klingt: es gab so viele schöne und unvergessliche Momente mit der Kleinen, die man einfach zum ersten Mal erlebt hat und die dadurch immer besonders sein werden.
Wie man schon rausliest, dieses Jahr war einfach komplett durch das Thema "Baby" geprägt und es hat sich fast auch alles um die Kleine gedreht. Erst jetzt, seit meinem Nervenzusammenbruch, kommt wieder mehr ein Alltag rein, in dem auch andere Menschen und Sachen Platz haben und wo auch ich endlich mehr zur (inneren!) Ruhe komme.

Dieses Jahr war nicht ganz einfach und im November wusste ich tatsächlich nicht mehr, wie es weitergehen soll. Mittlerweile habe ich einen Therapieplatz ab Januar zugesagt bekommen und mir geht es eigentlich wieder sehr gut; dennoch werde ich die Therapie machen, um das ganze Geschehene zu verarbeiten.
Im Übrigen ist dies auch ein Punkt, mit dem ich mich nie befasst habe: ich habe bei meiner Arbeit laufend psychisch kranke Menschen gesehen, bin aber nie auf den Gedanken gekommen, dass es mich auch treffen könnte. Der Gedanke an eine Therapie war im ersten Moment eher beängstigend und es hat mich Überwindung gekostet, diesen Schritt zu gehen.

So endet dieses Jahr nicht allzu erfreulich, doch habe ich das Gefühl, langsam wieder mehr zu leben, statt nur noch zu funktionieren- vielleicht war für diese Erkenntnis auch wirklich ein Zusammenbruch nötig.

Abgesehen von der Geburt unseres Babys hat es heuer noch einige unschöne Begegnungen mit unserem Architekten gegeben, der unser Haus gebaut hatte und dabei einiges versemmelt hat. In Konsequenz stehen wir deshalb nun sogar vor Gericht- absolut unnötig und ärgerlich und dies ist leider noch nicht ausgestanden.

Und zu guter Letzt noch etwas sehr erfreuliches: im Januar habe ich mit dem Bloggen begonnen, ein Hobby, das is sehr lieben gelernt habe und das die letzten Monate leider viel zu kurz kam. Ich habe fest vor, wieder öfters zu schreiben, habe nun die letzten Wochen aber auch bewusst eine Pause gemacht, um selber wieder Energie zu sammeln. Es wird auf alle Fälle weitergehen, sobald ich alles irgendwie auf die Reihe kriege!
Und in direktem Zusammenhang damit habe ich über den Blog und über Twitter so viele nette Menschen kennengelernt und hierfür möchte ich Euch danken!

Ich wünsche Euch und Euren Familien von Herzen ein tolles und gesundes neues Jahr und wir "sehen" uns dann 2016!


Kommentare:

  1. Du hast viel durchgemacht und ich hoffe, dass das nächste Jahr besser für euch wird. Und freue mich, vielleicht wieder mehr von Dir zu lesen. Ich drücke Dich!
    Liebe Grüße!

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  2. Ich bin sehr froh zu lesen, dass du dich mittlerweile wieder besser fühlst! Und auch wenn du dich im letzten Jahr vielleicht nicht besonders oft so gefühlt hast: Wenn ich lese, was und wie du es schreibst, habe ich eine sehr starke und tapfere Frau vor Augen! Du musstest eine Menge durchmachen, hast gelitten und gekämpft und hast auch den Mut im richtigen Moment nach Hilfe zu suchen. Das ist wirklich bewundernswert! Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin nur das Allerbeste! :)

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