Freitag, 22. Januar 2016

Lilly ist 9 Monate!

Wie die Zeit vergeht! Lilly ist heute ein dreiviertel Jahr. Nachdem ich doch relativ zügig die Wochen-Update-Posts eingestellt hatte, ist nun aber wieder ein guter Moment, um Lillys Entwicklung einmal Revue passieren zu lassen. Und da hat sich so einiges getan!
Lillys Charakter

Schon realtiv früh haben sich einige Charakterzüge von Lilly herauskristallisiert, die immer deutlicher werden. So ist die kleine Maus sehr ungeduldig und regt sich wahnsinnig schnell auf, wütet dann in der Gegend umher und ist fast schon jähzornig. Sie lässt sich aber (mittlerweile!) auch sehr schnell wieder beruhigen und kann in Sekundenschnelle von Geheule mit fließenden Tränchen zu herzhaften Lachen umschalten (oder auch andersrum!). Schon irgendwie eine kleine Dramaqueen, die Dame.
Auch kann sie sich mittlerweile sehr geduldig alleine beschäftigen, sie ist da sehr begeisterungsfähig und fasziniert von ihrer Umwelt, saugt da alles regelrecht in sich auf. Wenn es ihr aber alleine zu langweilig wird, fordert sie Aufmerksamkeit. Lautstark und dramatisch. Sie braucht viel Abwechslung, was aber gerade anfangs oft zur Überreizung geführt hat.
Genauso wie sie wütend Weinen und Schreien kann, kann sie sich auch lautstark freuen und vor Vergnügen quietschen, dass sie kaum noch Luft bekommt. Dieses Juchzen, Glucksen und Kichern ist einfach zu goldig.
Lilly ist ein richtiges kleines Energiebündel und hat jetzt schon jede Menge Temperament. Sie ist (leider) kein Kuschelbaby, das sich den ganzen Tag anschmiegt und knuddeln will, sondern sie ist total auf dem Explorationstripp und möchte die Welt erkunden. Sehr süß ist aber die nun beginnende Fremdelphase, wenn Leute kommen die sie nicht kennt, schmiegt sie ganz verschämt ihren Kopf an mich, schielt aus den Augenwinkel die fremde Person an und möchte anschließend fast mit ihren Kopf in meinen Bauch/Brust hineinkrabbeln.
Zu guter Letzt -und schon sehr früh bemerkt- Madame ist ein richtig kleiner Dickkopf. Was sie nicht will, das will sie nicht. Keine Chance. Dann gibt es hier großes Drama, Baby. Lilly wird mal die Sorte Kleinkind, das sich im Supermarkt wütend und weinend vor den Regalen am Boden rumwälzt und schreit " Ich wiiilll aaabeeeer *heeeeul*". Ich freue mich schon.

Was kann sie schon?
Wie ich bereits einmal erwähnt habe, ich vergleiche absichtlich nicht und lese auch nicht mehr nach, was ein Baby wann können "sollte". Trotzdem bleibt ein gewisser unbeabsichtigter Vergleich nicht aus, da wir schließlich oftmals mit exakt gleichaltrigen Babys zusammen sind (2 Mütter aus dem GVK haben ebenfalls- genau wie ich- 4 Wochen zu früh entbunden, das eine Mädel ist 2 Tage älter, das andere 2 Tage jünger als Lilly. Lustigerweise waren das schon die beiden Mamas, mit denen ich mich im GVK am besten verstanden habe und wir treffen uns nun regelmäßig).
Jedenfalls scheint Lilly im Gegensatz zu den beiden anderen Mädels motorisch etwas uninteressierter zu sein, hat dafür aber ihre Stärke im Reden und Beobachten.
Vom motorischen her hat sie sich erst relativ spät komplett gedreht, ich glaube sie war fast 6 Monate. Dafür hat sie sich schon sehr früh immer in Seitenlage begeben. Mittlerweile rollt sie sich komplett durchs ganze Haus, Krabbeln hingegen kann sie (noch) nicht. Mal schauen, ob sie das überhaupt macht, weder Herr M. noch ich sind gekrabbelt. Sitzen funktioniert auch recht gut, wobei sie nach einiger Zeit meist irgendwann umkippt. Auf dem Rücken liegend übt sie seit Monaten Sit-ups (sooo goldig!), ihr kleiner Bauch hat kein Gramm Fett sondern tatsächlich gestählte Baby-Bauch-Muskeln. Sich irgendwo hochzuziehen oder hinzustellen ist noch in hoffentlich weiter Ferne ;-)
Laut Kinderarzt ist die Entwicklung jedenfalls altersgerecht, auch wenn sie mir motorisch etwas fauler erscheint als Gleichaltrige.
Lillys Interessen scheinen eher das Kommunikative zu sein. Sie hat schon recht früh Laute von sich gegeben, nun AAAAHHHHt und wawawa-t sie in allen Tonlagen und Lautstärken, brabbelt und pffft vor sich hin, schneidet Grimassen, macht Fischgesichter, dass sie sich fast den Kiefer ausrenkt oder blubbert wie ein kleiner Whirlpool.
Kleinste Dinge zu untersuchen ist das Größte, so liebt sie z.B. Brösel (hmm, ich müsste öfter staubsaugen) oder spielt 10 Minuten fasziniert mit einem losen Faden auf ihren Pulli. Auch möchte sie mit einer hier unendlichen Geduld stets ein Muttermal von mir abkratzen. Und alles was glitzert, ist der Hit. Stuhlbeine, Ketten, Löffel- alles muss her. Lilly ist eine Elster.



Der Schlaf
War schon mal besser. Mit ich glaube 3 Monaten hat Lilly schon 6-8 Stunden durchgeschlafen, in guten Nächten ging das später sogar mal bis zu 10 Stunden. Diese Zeiten sind vorbei. Seit Oktober kam sie nachts öfter, seit etwa 2 Monaten kommt sie nachts alle 3 Stunden. Gnah. Das Problem hierbei war eher, dass *ich* nicht wieder einschlafen konnte, kurz bevor sie das nächste Mal kam, bin ich dann endlich weggepennt und war beim nächsten Aufwachen dementsprechend gerädert. Das ist nun von meiner Seite meist besser, allerdings hat die kleine Maus nun öfters Mal nächtliche Wachphasen, wo sie nicht mehr von alleine einschlafen kann und zu weinen beginnt. In schlechten Nächten heißt es dann TRAGEN, manchmal eine Stunde lang. Manchmal hilft es auch, nur bei ihr zu sitzen, sie zu streicheln und zu beruhigen. Wenn das allerdings eine Stunde dauert, ist meine Nacht trotzdem beim Teufel. Auch wenn solche Nächte in letzter Zeit gehäuft auftreten, oftmals schläft sie aber zum Glück nach dem Trinken doch wieder zügig ein.

Das abendliche Einschlafen ist zum Glück sehr selten ein Problem. Nach ihrem Ritual ging das meist innerhalb von 10 Minuten. Seit Weihnachten hatten wir da eine Phase, wo das ganz anders war. Sie war absolut nicht mehr zu beruhigen und erst wenn wir sie -komplett im Schlafsack und nachtfertig- nochmal zu uns ins Wohnzimmer geholt haben, war Ruhe. Dort ist sie dann tiefenentspannt noch eine halbe Stunde am Boden rumgelegen und hat gespielt, dann war das neuerliche ins Bett bringen auch kein Thema. Allerdings hat sich dann plötzlich herausgestellt, dass man dies 3 bis 4 Mal wiederholen mussten- das war too much. Einmal, kein Thema. 4 Mal- nein. Aus Angst, dass sich das dann ins Unendliche steigert. Seitdem beißen wir die Zähne zusammen und wenn sie bettfertig ist, bleibt sie nun mit einem von uns in ihrem Zimmer. Wird notfalls getragen, geschaukelt oder was weiß ich. Klappt mittlerweile wieder recht gut. Puh.

Anders gestaltet sich das Einschlafen tagsüber. Das geht nach wie vor nur mit Hilfe, schaukeln, schieben und immer wieder verzweifeltem Geweine. Seit sie den Schnuller verweigert, fehlt ihr einfach etwas zum selber beruhigen, sie akzeptiert auch kein Kuscheltier o.ä., nur ihre Mulltücher müssen da sein, doch wirken diese nicht effektiv genug.
Wenn es gut läuft, sind es nur 10 Minuten bis zum Schlaf, aber es kann auch eine Stunde dauern. Tagsüber von alleine Einschlafen geht seit langem gar nicht mehr. Zum Glück schläft sie nur noch 2 Mal täglich, Dauer variabel. Von je 30 Minuten bis je fast 2 Stunden ist alles dabei.


Das Essen
Schlechtes Thema. Wie ich schon hier geschrieben habe, Brei und Fingerfood sind doof. Total uninteressant. Ist ja schließlich alles andere wichtiger als Essen. Gut, Breze zermatschen und mich einschmieren macht Spaß, aber ansonsten...
Auch das Milch-Trinken (von was anderem reden wir gar nicht. Tee? Igitt, Lilly sieht dabei aus als ob sie Zitronen ist, kräuselt das Gesicht und lässt alles angewidert rauslaufen. Wasser? Nö, das wird nicht geschluckt) ist nur mäßig. Das geht nur während des Spielens, wenn sie aber gleichzeitig entspannt ist. Oder abends im Bettchen. Leider gerne auch nachts. Hier soll ich laut Kinderarzt nun die Milch ausschleichen und nach und nach stärker verdünnen. Mal sehen, ob das fruchtet und sie dann tagsüber mehr isst...bislang ist davon noch nichts zu erkennen.
Unter Streß oder in fremder Umgebung wird alles verweigert, egal wie groß der Hunger ist. Auf dem Arm füttern? Auch Fehlanzeige. Das ist durchaus lästig, aber so ist es nunmal.

Insgesamt
hat sich das Rausgehen mit Lilly stark verbessert. Sie ist noch immer kein Baby, das man überall mit hinziehen kann, aber z.B. Einkaufen ist nun meist problemlos möglich. Die Treffs mit den anderen Mamis musste ich die letzten Male nach je etwa einer Std. bereits wieder abbrechen, da Lilly müde wurde und dann extrem quengelig wird, da sie nicht schlafen kann. Das ist nach wie vor die große Achillesferse. Deshalb sind fixe Termine immer noch sehr ungerne gesehen. Aber sie ist (eh klar!) einfach das goldigste und niedlichste Baby, das man sich vorstellen kann, auch wenn sie jetzt schon einen sehr starken Willen hat- was aber nichts schlimmes ist, nur für die Eltern kompliziert.


Mein kleiner großer Schatz, wir lieben dich über alles und würden dich nie nie nie mehr hergeben!

1 Kommentar:

  1. Wie schön, herzlichen Glückwunsch der kleinen Maus zu all den tollen Dingen, die sie bisher schon gelernt hat =)Dein vorletzter Satz mit dem für die Eltern komplizierten Willen hat mich sofort zum Grinsen gebracht =) Das kommt mir doch seeeeeehr bekannt vor :D Wir haben auch so ein kleines Energiebündel zuhause, das genauso gut cholerisch wüten wie mit jeder Faser jubeln und lachen kann :D Und der Wechsel dazwischen braucht manchmal nur eine Sekunde. Das finde ich mit am spannendsten an der Baby und Kleinkindphase. Zu sehen, wie der Charakter sich entwickelt :) Ihr macht einen tollen Job mit Lilly und habt als Familie in den neun Monaten schon sehr viel geschafft und durchgestanden. Ihr könnt sehr stolz auf euch alle sein :)

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