Donnerstag, 14. Januar 2016

Unser Beikostbeginn


Nachdem ich hier schon über die Theorie der Beikost geschrieben habe, kommt nun unser Erfahrungsbericht aus der Praxis. Wie ich ja schon mehrfach geschrieben habe: Lilly hat es einfach nicht mit dem Essen, schon die Milch war bzw. ist eine Katastrophe, Brei und Fingerfood sind aber leider auch nicht besser.
Als Lilly ca. 5 Monate war, haben wir den ersten Versuch gestartet, mit weißer Karotte. Und da lief es erstaunlich gut: sie hat den Mund aufgesperrt, regelrecht nach dem Löffel geschnappt und ich habe goldene Zeiten auf uns zukommen sehen. Leider hat sie am nächsten Tag die Flasche komplett verweigert und hatte Verstopfung, weshalb ich vorsichtshalber wieder mit dem Brei pausiert habe. Nach etwa 2 Wochen der erneute Versuch: Lilly aß vorbildlich, ich schwebte im Glücks-Himmel- und am nächsten Tag wieder das gleiche Spiel: Verstopfung und kein Schluck mehr von der Milch. Also nochmals Pause.

Wieder 2 Wochen später, wieder weiße Karotte: vorbildliches Essen ihrer 5 Löffelchen, keine Verstopfung und auch Trinken der Milch. Hallelujah, also weiter mit dem Brei. Am nächsten Tag gibt es wieder den gleichen, wieder ca. 5 Löffelchen und auch hier hat sie gut gegessen. Einen Tag später dann leider nicht mehr, nach 3 Löffeln war Schluß. Gut, dann also ein neuer Versuch tags darauf. Hier waren es dann nur noch 2 Löffel und dann keine Lust mehr. Vetragen wurde der Brei aber gut. Also nochmal versucht, bei 2 Löffeln wird wieder stagniert.

Dann habe ich einen anderen Brei probiert, ich glaube Pastinake. Selbes Spiel, 2-3 Löffel werden schön gegessen, dann gibt es Verweigerung, bei erneuten Versuch Geschrei. Also hörte ich wieder auf und probierte es am nächsten Tag wieder. Das Gleiche. So testeten wir uns durch diverse Gemüsesorten, nach 2 oder 3 Wochen Gemüse mit Fleisch, dann Spaghetti, Reisgerichte- bei allem das gleiche. 2-3 Löffel werden akzeptiert, dann geht nix mehr. Ich habe allerdings den Eindruck, dass es weniger am Geschmack selbst liegt, als dass vielmehr der Eßvorgang zu langweilig ist. Denn probehalber habe ich getestet, ob es im Liegen während des Spielens funktioniert: da geht es. Aber das ist keine Option, denn Essen im Liegen ist gerade für später keine kluge Idee.

Also werden verschiedene Essenssituationen getestet: im Maxicosi, auf dem Schoß, im Hochstuhl. Ersteres funktioniert 2 Mal ganz gut (sprich 30 Gramm!), dann auch nicht mehr. Am besten ist es, wenn wir zu zweit füttern: einer bespaßt Lilly, der andere gibt ihr den Brei. Ist nur im Alltag auch nicht umsetzbar. Es ist im übrigen auch egal, wer sie füttert, es wird einfach nicht mehr.
Statt Gemüse- habe ich dann recht zügig auch Obstbreie und Getreide-Obst probiert. Das ging minimal besser, aber der Unterschied ist marginal. An sehr guten Tagen verputzt sie 50g, meist sind es um die 20g. Selbes Spiel bei Milchbreien.

Und so geht das seit Monaten, tagein, tagaus. Mittlerweile ist sie bald 9 Monate und es wird einfach nicht mehr. Selbst Herr M., die Entspanntheit in Person, kriegt hier die Essens-Krise.
Natürlich haben wir auch Fingerfood getestet, von gedünsteten Gemüse- und Kartoffelsticks über Nudeln und Obst bis hin zu Toastbrot. Nix. Sie scheint zwar mehr Interesse daran zu haben und spielt gerne mit dem Zeug, runtergeschluckt werden aber nur homöopathische Dosen. Was sie mittlerweile sehr gerne mag, sind Brezen. Allerdings ist die Menge, die im Magen ankommt, auch nur winzig- der Großteil wird eingespeichelt und überall verteilt. Vorzugsweise auf mir. Ich wusste nicht, was Brot in Kombi mit vieeel Speichel für eine eklige Konsistenz (und für fiese Flecken!) geben kann.

Was soll ich tun? Viel kann ich nicht machen, wir probieren es jeden Tag (gut, manchmal gibt es einen Tag Pause) und ich sehe das ganze sehr entspannt. Wir machen es komplett ohne Zwang, um nicht wieder so eine Aversion wie bei der Flasche zu provozieren. Wenn sie nicht  mehr will, wird aufgehört. Was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem nervt. Aber irgendwann wird sie schon essen. Bis dahin schmiert sie uns eben mit Brezensabber voll und pflastert unser Parkett mit Nudeln.

Kommentare:

  1. Muße!!!! Immerhin verweigert sie es nicht komplett. Das heißt die zeigt Interesse, das in ihr Leben zu lassen. Also schonmal gewonnen. Es wäre vermessen von deiner dich etwas wählerischen Tochter zu verlangen, dass sie Berge davon isst. Mein 11 kg Brocken isst auch erst nach 2 Monaten eeeeewigem Beikostanbieten halbwegs gut. Und er hat deuuuutlich mehr Kalorienbedarf, da so groß und mobil wie Oskar. Also: Muße! Sie wird irgendwann verstehen, dass man davon auch satt werden kann! Das dauert nur leider ein wenig bzw du kannst das nicht beeinflussen. Nur nicht den Mut verlieren und ihr KONSEQUENT den Brei anbieten. Und isst sie 3 Löffel fein, sind es 10 super! Ich werde demnächst aus meiner Erfahrung heraus auf meinem Blog dazu etwas schreiben, das Thema ist auch bei uns brandaktuell.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Geduld!!!
    Übrigens: unserer isst auch nur, wenn er seinen eigenen Löffel halten darf, am Besten in jeder Hand einen. Oder ein Stück Breze oder einen Hirsekringel zum Anlutschen hat.

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  2. Ja in der Tat, Ruhe bewahren. War bei uns insgesamt alles recht ähnlich: vorzeitige Wehen, Blasensprung, Frühchen (30+5), Neo-Intensiv und -Überwachung, Stillschwierigkeiten (klappte im Ergebnis zum Glück) und ernsthaftes Essen so etwa um den 1. Geburtstag herum (bis dahin auch nur so kleine Mengen). Das wurde dann langsam mehr und erst wirkliche Mahlzeiten, als er mit 1,5 in der Kita startete. Und er trinkt jetzt mit fast 2 auch noch ziemlich viel Milch. Das scheint mir alles Typfrage zu sein. Und so sehr Es auch mich genervt hat: Durchhalten und abwarten.
    Euch alles Gute!
    Kimo

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